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26. März 2019

Schneller ans Ziel mit dem perfekten Schuh

Die häufigsten Irrtümer hinsichtlich des perfekten Laufschuhs

Das Gute am Laufen: Du brauchst quasi keinerlei Ausrüstung, Geräte & Co. Einzige Ausnahme sind gute Laufschuhe. Doch was „gut“ dabei bedeutet, daran scheiden sich die Geister. Welche also sind die häufigsten Irrtümer und wie sieht die Wahrheit aus?

Das Lauftraining gehört zu den beliebtesten Sportarten der Deutschen, denn dadurch sparst du dir den Beitrag für ein Fitnessstudio und du kannst flexibel jederzeit sowie überall trainieren – zumindest solange das Wetter mitmacht. Beliebt ist das Jogging zudem, weil es gesund und unkompliziert ist und keinerlei spezieller Geräte, Maschinen oder anderer Ausrüstung bedarf. Wettertaugliche Sportkleidung ist dafür vollkommen ausreichend. Die Laufschuhe sind allerdings entscheidend dafür, wie erfolgreich und gesund das Training wirklich ist. Denn mit den falschen Schuhen an den Füßen, riskierst du Fehl- oder Überlastungen deiner Gelenke, Sehnen & Co. Es ist daher wichtig, dass du dich vor Beginn deines Lauftrainings einmal genauer mit diesem Thema auseinandersetzt, ausreichend recherchierst und dich beim Kauf gut beraten lässt. Leider wirst du dabei auf weit verbreitete Irrtümer stoßen, welche sich rund um Laufschuhe hartnäckig halten. Welche sind das?

Irrtum #1: Das Gewicht ist entscheidend
Viele Käufer gehen davon aus, dass das Gewicht der Laufschuhe etwas über ihre Qualität zu sagen hat. Auf gut Deutsch: Sie denken, leichte Laufschuhe seien prinzipiell besser, da das Laufen dadurch weniger anstrengend und natürlicher werde. Das lässt sich allerdings nicht pauschal sagen! Erst einmal ist Schnelligkeit beim Lauftraining nicht das Wichtigste, schließlich hat es die besten Effekte auf Körper und Geist, wenn es die Ausdauer trainiert und somit in moderater Geschwindigkeit für einen möglichst langen Zeitraum gejoggt wird. Zudem sollten gerade zu Beginn des Lauftrainings auch gezielt die Gelenke stabilisiert und geschont werden, denn oftmals fehlt es Laufanfängern noch an den notwendigen Muskeln, um ihrem Körper beim Laufen Höchstleistungen abzuverlangen. Ein leichter Schuh kann dementsprechend einen untrainierten Läufer überfordern und sein Verletzungsrisiko steigern. Sinnvoller kann dann ein qualitativ hochwertiger Laufschuh mit etwas mehr Gewicht sowie Stabilisierung für die Fußgelenke und einer guten Federung sein. Nur, wer tatsächlich geübt ist und gezielt auf Geschwindigkeit trainiert, sollte sich langsam (!) an die leichtesten Modelle auf dem Markt heranwagen.

Irrtum #2: Bewegungsanalyse ist ein Muss
Die meisten Einzelhändler für hochwertige Laufschuhe bieten mittlerweile auch eine umfassende Bewegungsanalyse an. Dabei wird der Mensch beim Laufen von mehreren Kameras in verschiedenen Positionen gefilmt. Ziel ist, das Bewegungsmuster zu identifizieren und dadurch die optimalen Laufschuhe für den Sportler zu finden, um seine Leistung zu verbessern und das Verletzungsrisiko – sowohl kurz- als auch langfristig durch Fehlbelastungen – zu verringern. Viele Laufanfänger gehen also davon aus, dass sie eine solche Bewegungsanalyse benötigen und geben dafür viel Geld aus. Das ist allerdings ein Irrtum! Wer sich erst einmal im Jogging probieren oder nur unregelmäßig für eine halbe Stunde durch den Park laufen möchte, braucht dafür nicht zwingend eine professionelle Bewegungsanalyse. Ein qualitativ hochwertiger Laufschuh in der richtigen Passform reicht dafür vollkommen aus, auch ohne eine individuelle Anpassung.

Irrtum #3: Natürlichkeit ist das A und O
Viele Menschen schwören auf die Natürlichkeit beim Laufen. Auf gut Deutsch: Je weniger sie den Schuh merken, desto gesünder sei er. Das betrifft das Gewicht wie bereits im Irrtum #1 erwähnt, aber auch die Passform, Federung & Co. Aus diesem Grund erfreuen sich Barfußschuhe derzeit steigender Beliebtheit und auch immer mehr Laufanfänger setzen auf die minimalistischen Laufschuhe. Das ist allerdings riskant, denn Barfußschuhe zwingen automatisch zum sogenannten „Vorfußlaufen“, einer speziellen Technik. Sie gilt zwar als besonders gesund oder eben natürlich, erfordert jedoch auch eine Menge Muskelkraft in den betreffenden Partien. Gerade Laufanfänger oder Menschen, welche nicht ausreichend Krafttraining betreiben, haben diese Muskeln oftmals nicht und schädigen ihren Körper somit durch die Barfußschuhe mehr, als dass sie einen positiven Effekt haben. Natürlichkeit ist zwar tatsächlich wichtig beim Kauf der richtigen Laufschuhe, allerdings eher im Sinne von Komfort und einem guten Laufgefühl in den Schuhen. Anstatt also zu früh auf Barfußschuhe zurückzugreifen, probier lieber verschiedene hochwertige Laufschuhe an und wähle nach Bauchgefühl jene aus, welche sich am „natürlichsten“, sprich angenehmsten anfühlen.

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Irrtum #4: Krafttraining ist kontraproduktiv
Apropos Krafttraining: Wer mit dem Laufen beginnt, meidet oftmals bewusst das Krafttraining. Schließlich würde das zusätzliche Gewicht nur die Gelenke belasten und die Muskeln seien weniger geschmeidig als beim reinen Ausdauertraining. Das ist ebenfalls ein Trugschluss! Im Gegenteil ergänzen sich Ausdauer- und Krafttraining sogar optimal, denn das Plus an Muskeln stabilisiert die Gelenke und vermeidet dadurch Verletzungen oder Verschleißerscheinungen. Zudem kann ein gezieltes Krafttraining die Fußmuskulatur stärken und damit die Fußgesundheit fördern – was dir nicht nur in den Laufschuhen, sondern auch bei allen anderen Arten zugute kommt, vor allem bei Schuhen mit Absatz. Krafttraining ist also unerlässlich für Läufer, um ihre Füße sowie ihren gesamten Körper gesund zu halten.

Irrtum #5: Du brauchst mehr als einen Laufschuh
Die Auswahl an verschiedenen Laufschuhen ist mittlerweile riesig. Es gibt die bereits erwähnten Barfußschuhe, es gibt Modelle mit und ohne Federung, welche wasserdicht sind oder eben nicht, mit mehr oder weniger Gewicht, dickerer oder dünnerer Polsterung und vielen weiteren Unterschieden. Das Positive an der Sache ist: In dieser riesigen Auswahl ist garantiert auch für dich die richtige Wahl dabei. Viele Menschen denken nun aber, sie müssten eben ein Modell für den Winter und eines für den Sommer, eines für das Joggen auf Asphalt und eines für natürliche Untergründe haben – oder so ähnlich. Das ist allerdings ein Irrtum, denn mit dem richtigen (!) Modell, reicht dieses vollkommen aus. Es ist daher wichtig, deine Laufgewohnheiten zu kennen und diese bei der Entscheidung für den Schuh zu berücksichtigen. Solltest du keine festen Gewohnheiten haben, sprich zu jeder Jahreszeit, auf verschiedenen Untergründen sowie in verschiedener Trainingsintensität hinsichtlich Schnelligkeit, Dauer & Co trainieren, reicht ebenfalls ein Paar Schuhe aus. In dem Fall brauchst du nur eben „Allrounder“, welche sich für all diese Zwecke eignen. Joggst du hingegen ausschließlich auf Asphalt und bei gutem Wetter oder bist auf andere Art und Weise spezialisiert, kannst du auch speziellere Laufschuhe für diesen Einsatzzweck auswählen.

Irrtum #6: Laufschuhe sind unisex
Was viele Laufanfänger nicht wissen: Tatsächlich gibt es größere Unterschiede zwischen den Füßen von Männern beziehungsweise Frauen als deren Größe. Stattdessen weisen die Geschlechter oftmals eine unterschiedliche Fußform auf und benötigen somit auch verschiedene Passformen bei ihren Laufschuhen. Während der Damenfuß eher schmal, mit schlanker Ferse und deutlich geringerem Gesamtvolumen ist, sind Männerfüße tendenziell größer, breiter und voluminöser. Sie weisen damit auch ein anderes Bewegungsprofil auf. Aus diesem Grund unterscheiden sich Laufschuhe für Männer beziehungsweise Frauen nicht nur in ihrer Passform, sondern auch hinsichtlich Dämpfung, Bewegungsfreiheit, Gewicht und vielen weiteren Spezifika. Deshalb sollten Frauen mit großen Füßen dennoch nicht auf Herrenschuhe zurückgreifen beziehungsweise Männer mit kleinen Füßen umgekehrt auch nicht auf Damenschuhe.

Fazit

Beim Thema Laufschuhe kannst du also vieles falsch machen – aber auch vieles richtig, wenn du nicht auf die genannten Irrtümer hereinfällst. Stattdessen solltest du dich ausführlich beraten lassen, einen konkreten Trainingsplan hinsichtlich Technik, Dauer, Untergrund & Co haben und viele verschiedene Modelle anprobieren. Schlussendlich kommt es aber in erster Linie darauf an, dass du dich in dem Schuh wohlfühlst und er dich beim Laufen unterstützt. Dabei sind die Geschmäcker verschieden und während die einen eben eher schwere und stabile Schuhe mögen, wünschen sich die anderen kaum spürbare Laufschuhe mit dem „Barfußgefühl“. Allerdings sollte dann eben auch die Technik stimmen. Gerade als Laufanfänger bist du deshalb mit „Allroundern“ am besten beraten und kannst dadurch schonend herausfinden, wie du auf lange Sicht trainieren möchtest. So kannst du beim nächsten Kauf neuer Laufschuhe langsam speziellere Modelle auswählen. Schlussendlich ist und bleibt auch diese Entscheidung zu großen Teilen eine Bauchentscheidung und Experten gehen davon aus, dass prinzipiell alle Laufschuhe für Einsteiger von namhaften Marken ab einem Preis von etwa 100 Euro qualitativ hochwertig und somit zumindest nicht die völlig falsche Wahl sind.