Um Masse aufzubauen, trinken manche Kraftsportler Thunfisch mit rohen Eiern – Jamy bevorzugt eine andere Zubereitungsweise
1. Juli 2020
von Franziska Schindler

Muskulöser Hardgainer

Jamy hat trotz körperlicher Einschränkung 25 Kilo aufgebaut

Der auszubildende Fachinformatiker (20) aus Forst in Baden-Württemberg, war noch vor zwei Jahren der Inbegriff eines Hardgainers. Im Interview mit LOOX verriet das Mitglied des Monats im Juli, womit es vom mageren zum massiven Typen wurde – und das, obwohl Jamy noch immer an den Folgen eines Zeckenstichs vor zehn Jahren leidet.

Jamy, wann hast du mit dem Kraftsport angefangen?

Ende 2017 hat mich ein Kumpel ins McFIT in Bruchsal mitgenommen. Danach war ich einmal pro Woche beim Krafttraining, habe aber nicht wirklich durchgezogen. Zu dem Zeitpunkt wog ich bei einer Körpergröße von 1,86 Meter 58 Kilo und konnte noch nicht wirklich viel daran ändern. Aber im März 2018 habe ich dann richtig losgelegt.

Was war deine Motivation, um mit dem Krafttraining durchzustarten?

Ich war krank und habe mir Videos von Connor Murphy und Jeff Seid auf YouTube angeschaut. Das sind zwei meiner Vorbilder. Durch sie habe ich realisiert, welche Figur ich gerne hätte. Danach habe ich wirklich mit dem Krafttraining angefangen. Zuerst vorsichtig mit zwei bis drei Einheiten pro Woche, um die richtigen Ausführungen zu lernen.

Das Training und die richtige Übungsausführung gehen Hand in Hand mit der passenden Ernährung. Wie hast du dich damals ernährt, um zuzunehmen?

Wenn ich wenig esse, dann nehme ich in kürzester Zeit sehr viel ab. Also habe ich mir mit der App MyFitnessPal meine Mahlzeiten zusammengestellt und geschaut, wie viele Kalorien sie haben, um genug zu essen. Danach habe ich nach Gefühl einfach viel gegessen. Das hat für mich gut funktioniert! Dennoch war es mir wichtig, auf Alkohol, Fast Food und Zucker zu verzichten.

Und wie man sieht, hattest du mit dieser Ernährung auch Erfolg – du wiegst nun 83 Kilo. Warum war es überhaupt ein Problem für dich, dünn zu sein?

Wenn man bei einer Größe von 1,86 Meter nur 58 Kilo wiegt, fühlt man sich im Vergleich zu anderen, die Muskeln haben, einfach – ich sage jetzt mal – klein. Das ist kein schönes Gefühl!

Was hast du dir beim ersten Mal im Fitnessstudio unter diesen muskulöseren Männern gedacht?

Ich habe immer mein eigenes Ding gemacht und Wert darauf gelegt, dass ich alles so mache, wie ich es für richtig halte. Auf andere habe ich gar nicht geachtet. Ich versuche einfach, mein eigenes Vorbild zu sein – das lief bis jetzt ganz gut!

Das ist eine beeindruckende Einstellung! Wie sieht dein Trainingsplan in der Regel aus?

Ich habe zuerst damit angefangen, die Ausführung der Grundübungen zu lernen. Danach habe ich mir selbst einen Trainingsplan zusammengestellt und geschaut, wo ich Übungen einbauen kann, die mir auch was bringen. Zum Beispiel mache ich jetzt Rücken und Schultern zusammen, Beine und Bauch einzeln, genauso wie die Arme. Manchmal mache ich sie aber auch zusammen mit meinem Brust-Training. Mir ist außerdem wichtig, dass ich nicht immer dieselben Übungen mache, sondern meinen Trainingsplan regelmäßig verändere.

Und wie häufig gehst du ins Gym?

Es gab Wochen, in denen ich siebenmal trainieren war. Aber normalerweise sind es fünf bis sechs Tage.

Du scheinst wirklich große Ambitionen zu haben – das hast du bereits bei deiner Einstellung zur Ernährung durchblicken lassen. Verrate unseren Leser/innen doch mal, was genau du gegessen hast, um zuzunehmen!

Haferflocken mit Joghurt und Obst war einer meiner Klassiker. Für die Masse habe ich viel Fleisch und Reis gegessen und teilweise Portionen von 2.000 Kalorien zu mir genommen. Außerdem habe ich geschaut, dass ich von allem etwas bekomme. Also ist auch viel Gemüse dabei gewesen, um auch meine Vitamine abzudecken. Pro Tag kam ich damit teilweise auf 4.000 Kalorien.

Das klingt nach einer Menge Essen! Es soll ja Menschen geben, die für den Aufbau Thunfisch mit rohen Eiern pürieren und trinken. Welche Ernährungs-Tipps für Hardgainer hast du?

Ich esse tatsächlich sehr viel Thunfisch (lacht), aber bereite ihn so zu, dass er auch schmeckt. Ich brate ihn mir ein bisschen an und koche mir Gemüse und Reis dazu. Mein Tipp für Hardgainer ist es, das Essen zu trainieren! Man kann nicht von heute auf morgen so und so viele Kalorien zu sich nehmen, man sollte sich langsam steigern. Wenn man in 200-300-Kalorien-Schritten vorgeht, kann man es schaffen, selbst wenn man dauerhaft satt ist.

Welche weiteren Faktoren haben dir deinen Weg erschwert?

Vor zehn Jahren hatte ich nach einem Zeckenstich Borreliose. Seitdem habe ich weniger Gefühl in meiner linken Körperhälfte. Das erschwert es mir, einen Pump zu bekommen. Anfangs hatte ich Angst, dass man durchs Krafttraining den Unterschied bemerkt, indem sich beispielsweise meine rechte Brust besser entwickelt, als meine linke. Aber das ist nicht passiert! Es ist sogar so, dass ich links bis ins Unendliche drücke, weil ich ja nichts spüre und rechts schon lange aufgeben muss (lacht).

Wow, das ist gleichermaßen schockierend wie beindruckend. Wie handhabst du das beim Training?

Ich mache auf beiden Seiten gleich viele Wiederholungen und benutze auch das gleiche Gewicht. Ich achte links allerdings während der Übung noch stärker auf meine Ausführung. Auf diese Weise hat sich meine Form auf beiden Seiten gleich entwickelt. Darüber freue ich mich und darauf bin ich wirklich stolz!

Dazu hast du allen Grund! Worauf bist du noch stolz?

Ich bin stolz darauf, dass ich bisher so gut durchgezogen habe. Selbst, wenn ich unterwegs bin – McFIT bietet mir ja die Möglichkeit, überall zu trainieren. Und die ein oder anderen Blicke im Studio machen mich stolz. Sie bestätigen mir, dass ich etwas erreicht habe!

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