Wie oft man für so tolle Beine zum Training muss? Ceyda verrät es im Interview
1. Juli 2020
von Franziska Schindler

Stark und schön

Das gibt Ceyda den Mut, anders zu sein

Ceyda (20) ist auszubildende Kauffrau für Büromanagement und unser Mitglied des Monats im Juli. Im Interview mit LOOX erzählt die Bremerhavenerin, wie sie auf Kritik zu ihrem Aussehen reagiert und wie man damit umgeht, von der Norm abzuweichen.

 

Ceyda, seit wann machst du Kraftsport?

Vor drei Jahren habe ich mich im Studio angemeldet und vor fast eineinhalb Jahren habe ich so richtig mit dem Kraftsport angefangen. Also mit einem Plan und was man wann trainiert.

Was hat dich überhaupt dazu motiviert, mit dem Krafttraining anzufangen?

Ganz am Anfang war ich bisschen übergewichtig und hatte auch kaum Muskeln – war halt alles nur Fett (lacht). Und da habe ich mich sowieso nicht wohlgefühlt. Ich war halt auch immer das etwas dickere und unsportliche Kind in der Schule. Am Anfang meiner Gym-Phase wurde ich durch das ganze Cardio-Training dünner, fand das aber immer noch nicht schön. Deswegen habe ich vor eineinhalb Jahren mit dem Kraftsport angefangen.

Wie sieht dein momentaner Trainingsplan aus?

Ich mache fünfmal die Woche Krafttraining. Am Montag sind Arme und Brust dran, am Dienstag Schultern, mittwochs Beine, Donnerstag ist ein Rest Day (lacht). Am Freitag trainiere ich den Rücken, Samstag ist der zweite Rest Day und sonntags wieder Beine. Das gehört für mich schon so zum Alltag dazu, ohne Training wäre es ganz komisch. Und zusätzlich mache ich als Cardio den Zumba-Kurs, für den bei McFIT ja extra eine Zumba-Lehrerin kommt, weil ich ein bisschen definierter werden will.

Welche Bedeutung hat der Sport in deinem Leben?

Durch den stressigen Alltag mit Prüfungen und Arbeit, ist der Sport diese gewisse Zeit für mich. Das ist für mich schon fast wie Entspannung, weil man sonst nicht dazu kommt, etwas für sich zu tun. Und der Sport hat mir auf jeden Fall dabei geholfen, organisierter zu werden. Davor saß ich echt immer nur auf der Couch und habe Filme geguckt. Aber jetzt ist der Tag komplett durchstrukturiert und ich habe ein viel organisierteres Leben.

Dein Instagram-Profil bestätigt, dass du nicht auf der Couch sitzt, sondern ins Gym gehst. Eines deiner Fotos trägt die Caption „Diamonds are made under pressure“. Inwiefern machst du dir selbst Druck?

Ich mache mir selbst tatsächlich sehr viel Druck. Sowohl beruflich, schulisch als auch beim Sport. Beim Training mache ich mir den meisten Druck, weil ich zu mir selbst gesagt habe: „Jetzt reißt du dich zusammen und kriegst mal dein Leben auf die Reihe!“.

Welches Schlüsselerlebnis gab es für diesen Entschluss?

Ich hatte mit der Ausbildung angefangen und nachdem ich mein erstes Gehalt bekommen habe, dachte ich mir: „Jetzt kann ich das auch mal sinnvoll nutzen!“. Ich habe davor zwölf Jahre Karate gemacht, das war aber nicht mehr unbedingt meins, also habe ich damit aufgehört. Und weil ich mich trotzdem sportlich betätigen wollte, bin ich zu McFIT.

Apropos: McFIT hat kürzlich eines deiner Instagram-Fotos geteilt. Was hat der Regram in dir ausgelöst?

Es hat mich mit Stolz erfüllt, dass so ein großes Fitness-Unternehmen ein Bild von mir teilt. Darüber habe ich mich wirklich gefreut! Ich habe danach auch ganz viele Privatnachrichten von Leuten bekommen, die es gut finden, was ich mache und auch wie ich es mache. Also, dass ich nicht wie viele andere nur den Arsch in die Kamera halte (lacht), sondern dass es bei mir wirklich um den Sport geht.

Es gab auch negative Kommentare zu diesem Foto. Wie hast du darauf reagiert?

Ich bin über die Jahre eine ziemlich selbstbewusste Person geworden. Ich glaube, früher hätte ich das nicht unbedingt verkraftet. Ich weiß, dass ich anders bin – ich bin nun mal eine ziemlich kräftige Frau. Und Leute mögen es meistens nicht, wenn jemand nicht der Norm entspricht. Dann fragen sie sich „Wieso ist sie denn so muskulös und hat so kräftige Beine? Das ist doch nicht weiblich!“. Mir war klar, dass das Foto polarisieren könnte, aber ich bin damit ziemlich locker umgegangen.

Und wie haben sich die negativen Kommentare auf dich ausgewirkt?

Ich habe ein paar gelesen und es wurden mir auch welche von Freunden zugeschickt. Aber ich dachte mir dann „Na ja, ist halt so. Nicht jeder mag sowas!“. Da muss man sich dann auch nichts aus der Meinung von anderen Leuten machen. Ich mag ja zum Beispiel (denkt nach) auch rosafarbene Haare nicht (lacht). Wenn sich Menschen durch das Schreiben von solchen Kommentaren besser fühlen, dann können sie das gerne machen. Aber mir hat es nichts ausgemacht!

Das ist eine Einstellung, auf die du wirklich stolz sein kannst. Warum bist du persönlich stolz auf dich?

Ich bin stolz darauf, dass ich es geschafft habe, mein Leben umzukrempeln und mich fünfmal die Woche zum Sport motivieren kann. Und natürlich darauf, dass ich mir aus der Meinung anderer eigentlich gar nichts mehr mache. Außerdem macht es mich stolz, dass ich mittlerweile die Figur habe, die ich schon immer wollte. Denn seit ich gemerkt habe, dass ich gleichzeitig stark und schön sein kann, bin ich zufrieden mit mir selbst.

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