Eine laufende Nase muss nicht auf Covid-19 hindeuten, der Verlust deines Geruchs- und Geschmackssinns hingegen schon
13. Oktober 2020
von Nikola Trboglav

Halsschmerzen, Schnupfen, Husten

Hast du eine Erkältung, Corona oder die Grippe?

Die kalte Jahreszeit hat begonnen, wir halten uns alle vermehrt in geschlossenen Räumen mit eher trockener Luft auf und tendieren deswegen auch mal dazu, Halsschmerzen, eine laufende Nase oder Husten zu bekommen. Und schon schrillen die Alarmglocken – habe ich Corona? LOOX klärt auf, wann deine Sorge berechtigt ist und wann nicht.

Die Grippe lässt sich ganz gut unterscheiden von Erkältungen und Co. Daher starten wir den Vergleich mit den eindeutigen Symptomen einer klassischen Influenza. Sie kommt in aller Regel aus dem Nichts – plötzlich fühlt man sich fertig, bekommt Fieber, auch Schüttelfrost ist ein Thema.

Faustformel: Wenn du dich so fühlst, dass du einen Gang zum Arzt in Erwägung ziehst, ist es wahrscheinlich keine Grippe. Im Zweifel heißt es aber immer: Lieber einmal zu oft zum Doc, als zu wenig.

Bei einer typischen Erkältung (auch grippaler Infekt genannt) wiederum gilt Omis Faustformel: Drei Tage kommt sie, drei Tage bleibt sie, drei Tage geht sie. Heißt: Sie kündigt sich meist in Form von Kopf- und Gliederschmerzen und Naselaufen an. Im Laufe dieses Prozesses kommen meist auch Gliederschmerzen dazu. Man fühlt sich aber bei weitem nicht so abgeschlagen, wie das bei einer Influenza der Fall ist.

PS: Kälte alleine hat nichts mit einer ErKÄLTung oder einem Infekt zu tun. Das wollten unsere Mamis uns zwar weiß machen, aber einen Zusammenhang zwischen Kälte und einem Infekt gibt es nicht. Um krank zu werden, benötigt es Erreger wie Viren oder Bakterien. Bedeutet: Egal, ob kalt oder warm, Infektionen gibt es nur, wenn andere Lebewesen um mich herum sind, bei denen ich mich anstecken kann. Die Kälte spielt nur insofern eine Rolle, als dass sich die meisten Viren wohler bei solchen Temperaturen fühlen und länger überleben. Außerdem sind unsere Schleimhäute bei niedrigeren Temperaturen schlechter durchblutet, sodass Viren besser in unseren Organismus eindringen können.

Zum Schluss die schwierigste Unterscheidung: Corona. Denn bei einem Covid-19-Infekt ähneln einige Symptome eher einer Grippe, andere einer Erkältung. Auch hier gilt: Ein plötzlicher Beginn spricht für eine Grippe. Das Problem ist aber: Ähnlich wie bei einer Erkältung, hat man im normalen Corona-Verlauf in der ersten Woche keine bis schwache Symptome – was wieder einer Erkältung ähnelt. Klar ist aber auch das typische Symptom eines Covid-19-Infektes: Der Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns. Zunächst riecht und schmeckt man nichts, im weiteren Krankheitsverlauf kommt es zum sogenannten Fehlriechen: Bekanntes riecht beziehungsweise schmeckt plötzlich anders. Patient*innen berichten von „gasigen“ Gerüchen, zum Beispiel bei Knoblauch.

RKI-Chef Lothar Wieler (59) am 14. Oktober auf einer Pressekonferenz zur Unterscheidung: „Eine Covid-19-Erkrankung führt im Vergleich zur Grippe zu mehr schweren Erkrankungen und zu mehr Todesfällen und auch teilweise zu Leiden, die noch monatelang andauern können, nachdem die akute Infektion abgeklungen ist.“

Hier eine Liste mit typischen Symptomen:

Grippe:

• Schnupfen
• Fieber
• Husten
• Halsschmerzen
• Kopf- und Gliederschmerzen
• allgemeine Schwäche
• Schweißausbrüche

Covid-19:

• Erhöhte Temperatur/Fieber
• (Trockener) Husten
• Atembeschwerden
• Kopf- und Gliederschmerzen
• Geruchs-/Geschmacksverlust

Grippaler Infekt:

• Kein Fieber
• Schnupfen
• Mäßige Halsschmerzen
• Kopf- und Gliederschmerzen
• Husten
• Geröteter Hals

So kannst du übrigens dein Immunsystem stärken: Durch die vermehrte Aufnahme von Vitamin C, A, D, B6, Folsäure, B12, eisen, Kupfer, Selen und Zink. Dazu kommen ausreichend Bewegung (z.B. mit einem Home-Workout), frische Luft, genügend Schlaf (Qualität vor Quantität) und möglichst wenig Stress, Alkohol und Rauchen. So hilfst du deinem Körper am besten.