Wenn du Schmerzen im Gym hast, solltest du es mit neuronaler Heilung versuchen
28. Januar 2020

Schluss mit Nervensägen!

Chronische Schmerzen mit nur 5 Übungen loswerden

Du leidest beim Sport regelmäßig unter Schmerzen? Egal wovon du gepeinigt wirst – mit diesen fünf Übungen kannst du verschiedenste Schmerzsymptome beeinflussen! Das versprechen die beiden Autoren Ulla Schmid-Fetzer und Lars Lienhard in ihrem Buch „Neuronale Heilung“.

Soforthilfe UND dauerhafte Schmerzreduktion

Was steckt hinter diesem Versprechen? Der Vagusnerv und seine Mitspieler! Diese haben die Fähigkeit, Hirnareale zu aktivieren, die Schmerzmuster umformen, weshalb ihr gezieltes Training eine clevere Sache ist. Dabei solltest du allerdings bei einigen Übungen darauf achten, nicht in einem akuten Schmerzzustand zu trainieren. Laut Autorin Ulla Schmid-Fetzer kannst du die folgenden fünf Übungen nichtsdestotrotz ausführen, wenn die Schmerzen da sind, aber „nur in einem Ausmaß, welches bei der Linderung hilft und nicht schadet.“ Die Übungen sollten über den Tag verteilt werden und können sogar in dein Training im Gym integriert werden, zum Beispiel im Warm up, in den Satzpausen oder zwischen den Übungen. Wann du deine Schmerzen damit in den Griff bekommst? Häufig wirst du schon nach den ersten Ausführungen eine Besserung spüren, aber für eine langfristige Schmerzheilung solltest du insgesamt für 20 – 30 Stunden trainiert haben.

Übung Nummer 1: Nein-nein-Bewegungen

Für die erste Übung musst du lediglich deinen Kopf schütteln, also ob du Nein sagen möchtest. Dabei muss die Bewegung nicht groß sein, aber zügig und für 30 bis 120 Sekunden ausgeführt werden. „Durch eine bessere Stabilisation von Kopf, Augen und Nacken, dessen wichtigste Muskeln auch zum Schulterblatt hinziehen, kann man Schmerzen im Schulterbereich entgegenwirken“, so der Sportwissenschaftler und Autor Lars Lienhard.

Übung Nummer 2: Seitliches Kopfneigen

„Diese Übung feuert direkt in die Gleichgewichtskerne und aktiviert das Gleichgewichtssystem global“, weiß der Experte. Um sie auszuführen, musst du dein Kinn leicht einrollen und deinen Kopf in kleinen Bewegungen und abwechselnd für 30 bis 60 Sekunden von links nach rechts neigen. Auch das seitliche Kopfneigen kann gegen Schmerzen im Nacken-Schulterblatt und Schulter-Bereich wirken.

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Übung Nummer 3: Zungenkreisen

Lars Lienhard beschreibt die Ausführung des Zungenkreisens wie folgt: „Ich schließe die Lippen und mache mit der Zunge für sechs bis zehn Wiederholungen abwechselnd eine Kreisbewegung im und gegen den Uhrzeigersinn. Dabei befindet sich die Zungenspitze vor den Schneidezähnen. Während man das macht, hilft es zusätzlich, die Luft anzuhalten, so lange bis man wieder einatmen muss.“ Diese Übung eignet sich ideal zur Reduktion von allgemeinen Schmerzmustern.

Übung Nummer 4: Verlängerte Ausatmung

Die verlängerte Ausatmung ist ein wirksames Basic im Training des Vagusnervs. „Und wenn es um Schmerzen geht, ist Atmung eine wahre Wunderwaffe!“, weiß die Autorin Ulla Schmid-Fetzer. Für die Ausführung atmest du ruhig ein und doppelt bis dreimal so lange wieder aus und das für eine Gesamtdauer von fünf bis zehn Minuten. Dabei führst du die Einatmung über die Nase aus und die Ausatmung über den gespitzten Mund.

Übung Nummer 5: Ohr vibrieren

Das Ohr-Vibrieren leitet die Expertin mit „absurd und wirkungsvoll“ ein und warnt gleichzeitig vor der außergewöhnlichen Übungsausführung, denn du brauchst eine elektrische Reisezahnbürste dafür. Den Stiel hältst du für 20 Sekunden bis drei Minuten direkt an die Innenseite der linken und rechten Ohrmuschel, führst sie aber keinesfalls in den Gehörgang ein. Das stimuliert die Haut an der Ohrmuschel und reizt den Vagusnerv, welcher wiederum Signale aussendet.

Was macht der Vagusnerv eigentlich?

Er ist ein Hirnnerv, der mit fast allen unseren inneren Organen verbunden ist und einen gewaltigen Einfluss auf Gesundheit und Wohlbefinden hat. „Insbesondere chronische Schmerzen können von der Aktivierung des Vagusnervs profitieren“, weiß die Autorin Ulla Schmid-Fetzer. Denn dieser aktiviert die Inselrinde, welche wiederum großen Einfluss auf die Beurteilung der Schmerzintensität hat. Die Inselrinde ist das Hirnareal, an welches der Vagusnerv Informationen sendet und ist Teil des neuronalen Netzwerkes, das unsere Schmerzmuster bestimmt. On top ist sie die Schnittstelle der sogenannten Interozeption, unserer Innenwahrnehmung. Die vorgestellten fünf Übungen wirken stark auf die Inselrinde ein und schulen auf diese Weise Interozeption und Vagusnerv. Ihre kontinuierliche Ausübung kann zur Heilung von Schmerzen im gesamten Körper beitragen.

Weitere wirksame Übungen und hilfreiche Tipps findest du im Buch „Neuronale Heilung – Mit einfachen Übungen den Vagusnerv aktivieren – gegen Stress, Depressionen, Ängste, Schmerzen und Verdauungsprobleme“.

Die Autoren Lars Lienhard, führender Experte für neurozentriertes Training in Europa und Ulla Schmid-Fetzer, Neuroathletiktrainerin, zeigen in ihrem Buch „Neuronale Heilung“ zusammen mir Dr. Eric Cobb, wie Gehirn und Nervensystem vielzählige Prozesse im Körper regulieren und durch spezielle Übungen positiv beeinflusst werden können. Eine zentrale Rolle wird dabei dem Vagusnerv zu Teil. Dieser ist an der Regulation fast aller Organe beteiligt ist und hat immensen Einfluss auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. Mithilfe kontinuierlichen Trainings, kann man Stress, Depressionen, Ängsten, Schmerzen und Verdauungsproblemen entgegenwirken.