Cihad beim Workout. Seine Prothesen versteckt er nicht. Wieso auch?
18. Februar 2019

Der Carbonman

Cihad, Mega-Athlet auf Prothesen

ER ist der Carbonman! Der „Hamburger Jung“ Cihad (26) trainiert seit zehn Jahren – und zwar mit Bein-Prothesen auf beiden Seiten. Cihad: „Ich bin mit einer Missbildung zur Welt gekommen, die Beine waren verwachsen. Als ich ein Jahr alt war, wurden die Beine amputiert.“ Der gelernte Einzelhandelskaufmann ist für viele Sportler mit Behinderung ein Vorbild. Cihad: „Die Leute bleiben nachhaltig beeindruckt, dass ich trotz meines Handicaps trainieren gehe.“ Wir auch!

Wann hast du angefangen, Sport zu machen?

Da war ich 16 Jahre alt. Ich habe mich unwohl gefühlt, weil ich Übergewicht hatte. Man hat mich oft als Fettsack bezeichnet. Das hat sich durch den Sport geändert.

Warst du richtig adipös oder einfach etwas moppelig?

Nein, auf keinen Fall. Aber halt mollig. Als Kind habe ich das Essen sehr geliebt (lacht).

Was war damals dein erstes Trainingsziel?

Ich habe anfangs ohne Plan trainiert. Ich bin einfach hingegangen und habe mein Training absolviert. Es war kein Plan dahinter, ich wollte einfach muskulöser aussehen. Das habe ich dann auch geschafft. Seit vier, fünf Jahren trainiere ich jetzt aber nach einem Plan.

Wie sieht der aus?

Das ist ein 4er-Split. Brust und Schulter, dann Rücken, am dritten Tag die Arme und am vierten Tag Bauch und Beine.

Setzt du dir selbst Grenzen beim Training mit Gewichten?

Ich bin eher der Typ, der ständig versucht, über sein Limit hinauszugehen und auch das Gewicht zu steigern. Beispiel: Bankdrücken habe ich mit 60 Kilo gestartet und stehe aktuell bei 120 oder 130 Kilo.

Worauf achtest du bei deiner Ernährung? Ist bestimmt bei dir auch nicht immer leicht?

Eigentlich schon. Ich bin ja mein eigener Koch (lacht). Ich esse sehr viele Proteine, wenig Kohlenhydrate und am Wochenende habe ich dann auch mal einen Cheatday.

Das machst du schon?

Natürlich! Das leckere Essen lasse ich mir nicht entgehen.

Wie sieht ein klassischer Cheatday bei dir aus?

Unterschiedlich. Mal gehen wir Burger essen, dann wieder Pizza. Oder auch mal einen fetten schönen Dönerteller.

Wohin willst du mit deinem Training noch kommen?

Ich will auf jeden Fall noch mehr definieren und auch zunehmen – also definierte Masse. Ich plane mit einem Partner für 2019 noch ein Projekt. Da geben wir gerade Vollgas.

Gibt es für dich auch die Möglichkeit, Wettkämpfe zu bestreiten?

Ja, das ist ein Traum von mir, auch mal auf der Bühne zu stehen, Wettkämpfe zu bestreiten. Allerdings fehlt mir berufsbedingt die Zeit, die Vorbereitung darauf konzentriert durchzuziehen. Um dafür in Form zu kommen, müsste ich mindestens fünf Tage in der Woche trainieren und das schaffe ich zeitlich nicht.

Deine sportliche Geschichte ist ja nicht alltäglich. Hilfst du auch anderen Sportlern mit gleichem Schicksal auf ihrem Weg?

Natürlich, das Angebot gilt immer. Wer Fragen hat, darf immer auf mich zukommen. Aber nicht nur Menschen mit Handicap helfe ich gern, auch Jugendlichen, die gerade anfangen. Ich sehe das im Studio immer aus dem Augenwinkel, wie sie oft falsch trainieren. Ich gehe dann manchmal hin und gebe ihnen Hilfestellung. Danach kommen die dann oft auch von sich aus auf mich zu und fragen, ob ich ihnen noch mal helfen kann.

Hast du eigentlich auch mal über andere Sportarten nachgedacht, um beispielsweise bei den Paralympics mitzuwirken?

Wenn ich an die entsprechenden Sportprothesen herankomme, ist es mein Ziel, einen Marathon zu absolvieren. Allerdings stellt sich da die Krankenkasse aktuell noch quer.

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