Spektakuläre Nummer - so wie das Leben von Maciej
18. Februar 2019

Luft-Akrobat Maciej

„Nichts kann ihn stoppen“ – auch kein Krebs

Was für ein Leben, was für eine Geschichte! Maciejs Motto bei Instagram: „Nichts kann mich aufhalten.“ Und das stimmt – nicht einmal Krebs! Er hat ihn überlebt und wurde so zum Vorbild für viele Menschen. Der Akrobat und Fitness-Trainer aus Breslau lebt und trainiert in Berlin im John Reed. Als wir ihn getroffen haben, begegneten wir einem aufgeräumten, ruhigen, in sich ruhenden Menschen. Ein Mann mit einer Botschaft.

Wie bist du damals nach Berlin gekommen?

Ich zog hier vor einem Jahr hin. Ich habe die Stadt vor zehn Jahren für mich entdeckt, als ich für ein Jahr im „Tropical Island“ gearbeitet habe. Ich war dann sehr oft in der Stadt und habe mich in sie verliebt. Damals habe ich mir gesagt, dass ich eines Tages hier leben werde.

Wenn du im Gym bist, trainierst du nach einem strengen Plan oder bist du flexibel?

Ich habe einen Plan, aber der ist flexibel (lacht). Manchmal muss ich meinen Plan jede Woche ändern. Es ist ein großes Durcheinander und Chaos – aber ich liebe es. Am wichtigsten an meinem Training ist die Technik, egal was ich trainiere.

Musst du immer das gleiche hohe Level halten?

Ja, ich habe immer Saison. Ich muss immer in Bestform sein.

Als Akrobat musst du ja bestimmt eine Diät halten. Wie sieht die aus?

Ich versuche, gesund zu essen – so gut, wie es geht. Aber mein Stoffwechsel ist sehr gut und schnell, sodass ich mich nicht um zu viel Fett kümmern muss. Selbst wenn ich spät oder „schlecht“ esse, wegen der Arbeit, passiert nichts mit meinem Körper. Dennoch versuche ich natürlich, nicht so oft schlecht zu essen.

Du isst also sogar spät am Abend?

Das muss ich sogar, weil ich mit Heißhunger aufwachen würde, wenn ich um sechs oder sieben Uhr essen würde. Meine letzte Mahlzeit nehme ich um elf oder Mitternacht zu mir.

In deinem Leben lief nicht immer alles nach Plan. Du musstest einen harten Kampf überstehen. Wann wurde bei dir Krebs diagnostiziert?

Das war 2014 – Hautkrebs im fortgeschrittenen Stadium. Ich hatte ihn bereits seit drei oder vier Jahren zum Zeitpunkt der Diagnose. Aber ich habe mich darum nicht gekümmert. Aber als ich immer mehr Punkte auf meinem Körper entdeckt habe, setzte es bei mir ein: „Da muss etwas sein.“ Trotzdem ist es wirklich hart, wenn du die Diagnose bekommst.

Was ist dann passiert?

Als die Ärzte zu 100 Prozent sicher waren, haben sie mir gesagt, dass ich umgehend eine Chemo-Therapie starten soll. Ich sagte zunächst okay. Ich bin zur Klinik und als ich die ganzen Papiere und Apparate sah, sagte ich: „Nein, ich werde nicht starten.“ Die Ärzte haben versucht, mich zu überzeugen, aber das gelang ihnen nicht für sechs oder sieben Monate.

Aber dann hast du die Chemo gemacht?

Ja. Ich wusste, dass es eine schlechte Entscheidung war, es nicht zu tun, aber ich hatte Angst. Ich wollte da nicht durchgehen. Ich habe dann angefangen zu recherchieren und die Geschichten von Menschen gelesen, die den Krebs überlebt haben. Ich habe mir dann gesagt: „Ich bin der nächste.“ Am Anfang habe ich gedacht, es wird vier oder fünf Monate dauern. Am Ende hat es anderthalb Jahre gedauert.

Was hat dir die Kraft gegeben, um zu sagen: „Ich bin stärker als der Krebs“?

Die Geschichten der Menschen, die überlebt haben. Ich habe mir selbst gesagt, dass ich überleben werde und meine Geschichte mit anderen Menschen teilen werde. Die Ärzte haben mir nur eine 20-Prozent-Chance gegeben, dass ich überlebe. Aber meine Therapie lief sehr gut. Ich habe mich nie erbrochen, ich habe mein Haar nicht verloren und keinerlei Nebenwirkungen. Natürlich habe ich mich auch manchmal schlecht gefühlt. Aber ich denke, dass mein Kopf mir geholfen hat. Ich war sehr klar. Ich habe mir selbst gesagt: „Es ist noch nicht meine Zeit.“

Hast du auch mit anderen Krebs-Überlebenden gesprochen?

Leider nicht, aber ich bin ihnen im Internet gefolgt. Zu dieser Zeit war es sehr hart für mich. Krebs ist – selbstverständlich – sehr kompliziert. Manchmal fühlst du dich schlecht, am nächsten Tag fühlst du dich besser. Ich kann aber jedem sagen: Verliere niemals die Hoffnung.

Lass uns zurück zur Arbeit gehen. Die ist sehr physisch. Wie lange dauert die Karriere als Akrobat?

Das kommt auf die Person an. Manche hören in ihren Dreißigern auf, andere in ihren Vierzigern oder später. Es kommt darauf, wie du dich fühlst und wie du deinen Körper gepflegt hast. Wenn du dich nicht darum kümmerst, wirst du den Job nicht sehr lange machen. Es kommt auch darauf an, wie sehr du das, was du machst, liebst. Luftakrobatik sieht sehr einfach aus, aber es ist auch sehr schmerzhaft. Ich weiß nicht, wie lange ich meinen Beruf noch ausüben kann, aber ich hoffe noch sehr lange.

Wann hast du angefangen?

Sehr spät. Ich war 23, als ich überhaupt mit Sport angefangen habe.

Und davor?

Nichts (lacht). Ich hatte in der Schule sogar das Problem, dass ich wegen Sport beinahe nicht versetzt worden wäre. Das hat sich erst sehr spät geändert. Viele Menschen haben mir gesagt, dass es zu spät ist. Du bist nicht beweglich genug, du bist nicht stark genug. Aber wenn du wirklich etwas unbedingt willst und daran glaubst, früher oder später wirst du es schaffen. Vielleicht nicht jetzt, morgen, aber irgendwann.

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