Viele Neu-Veganer berichten, dass sie mehr Energie spüren. Doch hilft dir das auch beim Ausdauertraining?
26. August 2020

Mehr Ausdauer mit veganer Ernährung?

Darum ist diese neue Studie mit Vorsicht zu genießen

Der Film „Game Changers“ ist nach wie vor höchst umstritten (LOOX berichtete). Eine kanadische Studie stützt jedoch die These der Filmemacher, dass vegane Ernährung, auch für Fitness-Sportler*innen mehr Vorteile hat, als eine auf tierischen Produkten basierende Diät. Grund genug, euch die Studie einmal vorzustellen, aber auch zu hinterfragen.

Zum Überleben ist Fleischkonsum nicht mehr zwingend vonnöten. Aber um die bestmögliche sportliche Leistung zu erreichen? Forscher*innen der Universität von Quebec in Montreal wollten mit den gängigen Vegan-Vorurteilen aufräumen. Ihre Ergebnisse haben sie im European Journal of Clinical Nutrition veröffentlicht.

So lief die Studie

56 gesunde und sportliche Frauen wurden untersucht. Eine Gruppe ernährte sich zum Zeitpunkt der Studie bereits seit mehr als zwei Jahren vegan, bei der zweiten Gruppe lag der Fleischkonsum bei rund drei Einheiten in der Woche. Wichtig: Alle Frauen ähnelten sich in den Bereichen Körpermaße, Gewicht, Körperfett und Muskelmasse. Die Vegan-Gruppe war im Schnitt älter. Die Kraft wurde mithilfe einer Bein- und einer Brustpresse gemessen. Durch ein Fitness-Bike wurde die Ausdauer getestet. Gemessen wurde der Sauerstoffverbrauch.

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Die Sauerstoffwerte waren bei den Veganer*innen deutlich besser, die Oberkörperkraft dafür marginal geringer und an der Beinpresse nahezu identisch. Trotz des etwas höheren Alters zeigte die Vegan-Gruppe deutlich bessere Ausdauerwerte.

Die Forscher*innen gehen davon aus, dass der Grund dafür in der Makro-Zusammensetzung liegt. Die Fleisch-Gruppe aß mehr Proteine und Fette, während die Veganer*innen auf mehr Kohlenhydrate setzten. Dies sorgt für eine höhere Versorgung der Muskulatur mit Glykogen, was – vereinfacht gesagt – wichtig ist für die kurz- und mittelfristige Energiebereitstellung.

Eine weitere Erklärung der Wissenschaftler*innen: Der oxidative Stress ist bei den Veganer*innen geringer. Oxidativer Stress entsteht bei der Verstoffwechslung. Durch den geringeren Stress hat der Körper weniger mit Entzündungen zu kämpfen.

Was ist von der Studie zu halten?

Vorsicht: Diese Studie kratzt zu sehr an der Oberfläche. Es fehlen die Daten der veganen Gruppe aus der Zeit, wo sie Fleisch gegessen haben. Es ist nicht bekannt, ob diese Werte sich seitdem nach oben oder unten verbessert haben. Es ist außerdem zu wenig über die Trainingsinhalte und -intensität sowie die alltägliche Ernährung der Probandinnen bekannt (Makroverteilungen, Kalorien, Nährstoffe, etc.).

Fazit: Studien zum Vegan-Fleisch-Vergleich sind auf den ersten Blick natürlich immer interessant und es lohnt sich, dort weiterzuforschen. Diese Studie hier geht jedoch zu wenig in die Tiefe und lässt zudem die Männer außen vor. Der Konsum von tierischen Produkten wird dich, besonders im Kraftsport, einige Wege leichter beschreiten lassen. Es liegt schlussendlich an dir, deinen Zielen und deinen Werten.