Bei der Militär-Diät ist Sport nicht empfehlenswert
12. März 2019

Militär-Diät

Das LOOX-Fazit zum Crash-Diät-Klassiker

„Sir, jawohl, Sir!“ – eine Woche Drill-Diät und dann? Mit der sogenannten Militär-Diät soll man 4,5 Kilogramm in nur einer Woche verlieren. Hört sich auf den ersten Blick ziemlich geil an. Ist es aber nicht.

So funktioniert die Militär-Diät!

Der Ursprung dieser Radikal-Kur soll beim US-Militär liegen. Angeblich wurden so außer Form geratene Soldaten wieder in Shape gebracht – drei Tage Diät, vier Tage Umgewöhnung zum normalen Essverhalten, das ist es. Dies ist allerdings wohl eine Fabel. Der Name kommt vermutlich eher daher, dass man viel Disziplin und Durchhaltevermögen benötigt.

Sport ist bei dieser Diät nicht gewünscht. Dafür nimmt man in dieser Zeit zu wenig Kalorien zu sich. Das führt dazu, dass man sich sehr schlapp fühlt und eh kein vernünftiges Workout hinbekommen würde.

In den ersten drei Tagen nimmt man nur rund 1100 Kalorien zu sich, danach immerhin 1600 Kalorien – Frauen sogar noch einmal 100 Kalorien weniger. Der durchschnittliche Kalorienverbrauch eines erwachsenen Menschen liegt deutlich darüber. Abhängig von Geschlecht, Alter, Größe, Gewicht zwischen 1800 und 2600 bei einem absoluten Durchschnittsmenschen.

Während der Militär-Diät wird dein Stoffwechsel einer echten „Grundausbildung“ unterzogen. Lebensmittel, die den Stoffwechsel richtig auf Touren bringen sollen, werden miteinander kombiniert. Zwischenmahlzeiten sind dafür tabu. Es gibt Frühstück, Mittag und Abendessen – that’s it! Der Grund: Die erhöhte Insulinausschüttung soll gestoppt werden. Insulin begünstigt nämlich die Fetteinlagerung.

Warum ist die Militär-Diät nichts?

Bei der Militär-Diät verlierst du kein Fett, sondern in erster Linie Wasser. Um ein Kilogramm Fett abzunehmen, muss man sich ein Defizit von 7000 Kalorien erarbeiten. Ein moderates Defizit liegt nach Expertenmeinung bei 200 bis 500 Kalorien am Tag. Das würde bedeuten, dass man 14 bis 35 Tage – also zwei bis fünf Wochen – für ein Kilo weniger Fett benötigt.

Eine große Gefahr der Militär-Diät besteht darin, dass Muskelmasse vom Körper angegriffen wird, um an Energie zu kommen. Der Körper bekommt schlicht und ergreifend zu wenig Proteine. Baut der Körper Muskeln ab, spart er Energie. Denn Muskeln sind Energiefresser, Fett dagegen speichert Power für schlechte Tage.

Das führt im Umkehrschluss aber auch dazu, dass man nach der Diät zunimmt – der Jo-Jo-Effekt eintritt. Der Grund: Man nimmt wieder die alte Menge an Kalorien zu sich, hat aber weniger Muskeln, bräuchte daher eigentlich weniger Energie. Zählt man eins und eins zusammen, führt dies dann zu einem Plus auf der Waage.

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Was ist bei einer Militär-Diät erlaubt?

Erlaubt ist hierbei nicht, was Spaß macht. Alkohol, Zucker und Säfte sind genauso verboten, wie Milch oder Sahne im Kaffee und generell Süßungsmittel. Stattdessen darf man allerlei Obst (zum Beispiel Äpfel, Grapefruit, Bananen) zu sich nehmen, Fleisch, Reiswaffeln, aber auch Erdnussbutter und Vanilleeis!

Ein klassisches Menü sieht zum Frühstück eine halbe Grapefruit (oder ein Ei), eine Scheibe Vollkorntoast sowie zwei Esslöffel Erdnussbutter und eine Tasse Kaffee oder Tee vor. Mittags wird es dann proteinreich: eine halbe Dose Thunfisch oder eine Portion Hüttenkäse mit einer Scheibe Vollkorntoast und Kaffee oder Tee. Abends wird dann „geschlemmt“ mit 85 Gramm Fleisch, einer Tasse grüner Bohnen oder Brokkoli sowie zum Dessert eine halbe Banane, ein Apfel und eine halbe Tasse Vanilleeis.

Was ist besser?

Um sein Wunschgewicht zu erreichen (und zu halten), sollte man langfristig denken. Dies funktioniert am besten mit einem moderaten Kaloriendefizit von 200 bis 500 Kalorien täglich. Ohne Defizit kein Abnehmen. Dazu hilft Bewegung (zum Beispiel im Gym), ein ausgewogener und abwechslungsreicher Speiseplan mit ausreichend Proteinen, guten Kohlenhydraten und gesunden Fetten. So funktioniert effektiver Gewichtsverlust – und zwar ohne Leiden. Denn auch bei einer Diät muss niemand hungern.