Hollywood-Star Chris Hemsworth schwört seit einigen Monaten auf Intervallfasten
16. Oktober 2018
von PIERRE SCHOBER

Mach es wie „Thor“

So geht Intervallfasten

Es ist einer der großen Trends: Intermittierendes Fasten oder auch Intervallfasten. Inzwischen schwören auch Hollywood-Stars darauf. Chris Hemsworth („Thor“) zur amerikanischen „Men’s Health“: „Ich esse nur zwischen 12 und 20 Uhr. Mein Energielevel hat sich durch das 16-stündige Fasten extrem erhöht.“ Das schreit natürlich nach einem Selbstversuch.

Erst mal sollten wir erklären, was Intervallfasten überhaupt ist. Runtergebrochen ist dein Tag in zwei Teile gesplittet. Acht Stunden darfst du essen, 16 nicht – jeweils am Stück natürlich. Du kannst also nicht zwei vierstündige Essensphasen am Tag einbauen.

Der Selbstversuch

Ich wähle als Zeitfenster 12 bis 20 Uhr – also wie „Thor“. Cool, ich bin „Thor“. Fühle mich auch direkt so. Ich starte an einem Montag. Am Abend vorher noch einmal schön Essen gehen und Chips zum „Tatort“. Ihr werdet mir fehlen, denke ich.

MEHR ZUM THEMA

Gift raus!
Gift raus, Power rein

So funktioniert Detox

So funktioniert Detox

Salz, Zucker, Fett – wir muten unserem Körper eine Menge zu. Zu viel? Detox ist das Zauberwort.

Kalorienbombe
Da hast du den Käse

Da hast du den Salat

Salat, die versteckte Kalorienbombe

Salat ist lecker, Salat ist gesund, Salat ist vielfältig – so weit die Theorie.

Alleskönner-Knolle
Die Alleskönner-Knolle

Alles Ingwer, alles gut?

Alles Ingwer, alles gut?

Äußerlich unschön, Geschmacklich eigen: Ingwer. Ist es ein kleines Wundermittel?

Folsäure für Männer?
Folsäure, nicht nur etwas für Schwangere

Stoffwechsel-Booster

Super Stoffwechsel dank Vitamin B9

Das B-Vitamin Folsäure ist absolutes A+ und übernimmt für Frauen und Männer wichtige Aufgaben im Organismus.

Trotz des Schlemmens am Vorabend wache ich am ersten Tag mit Hunger auf. Ich bekämpfe ihn mit Wasser statt Latte Macchiato, denn der ist tabu. Kaffee ohne Milch und Zucker würde gehen, aber das bekomme ich nicht runter. Ich halte miesgelaunt bis 12 Uhr durch. Die Vorfreude auf meine erste Nahrung am Tag ist riesig. Faszinierend: Schon nach wenigen Tagen stellt sich der Gewöhnungseffekt ein. Der Latte nach dem Mittagessen schmeckt nun auch viel besser.

Energie, wo bist du?

Aber: In den ersten zwei Wochen ist mein Energielevel am Vormittag ziemlich weit unten. Erst nach dem Mittagessen geht die Post ab. Selbst, wenn es zum Mittag Burger mit Pommes Rot-Weiß gibt. Das bleibt aber die Ausnahme. In der Regel vertraue ich auf Salate, orientalische oder asiatische Küche, so wie sonst auch. Ich ändere nichts an meinen üblichen Essgewohnheiten. Ich habe vorher viel Salat und Gemüse gegessen, Fleisch und Fisch, gerne auch mal etwas fettiger, aber mit Maß. Mein Problem war der Bewegungsmangel der letzten Jahre und die ein oder andere Tafel Schokolade zu viel.

Eine Herausforderung bleibt in den ersten Wochen für mich, abends beim Fernsehen auf Snacks und Cola zu verzichten. Cola ist für mich sehr wichtig. Mein Konsum beträgt je nach Laune zwischen 0,5 und 1 Liter am Tag. Dafür gibt es bereits seit Jahren keinen Alkohol oder Zigaretten.

Das Thema Sport gestaltet sich schwierig. Es dauert ein paar Wochen, bis ich es erstmals wieder ins Studio schaffe. Die Mittagspause kann ich dafür verlängern – geht natürlich nicht in allen Unternehmen. Man muss für sich herausfinden, wann das beste Fenster für den Sport ist. Fitness-Queen Mareike Spaleck, sie betreibt das Intervallfasten schon seit vielen Jahren, erklärt mir: „Das ist komplett typabhängig. Eine Stunde vor dem Öffnen des Essensfensters oder eine Stunde vor der letzten Mahlzeit ist im Prinzip optimal. Ich ziehe mein privates Sportprogramm in der Regel morgens durch.“ Ich variiere – mal so, mal so, halt wie ich es einrichten kann. Aber das ist der Schlüssel. Mit mehr Sport steigt die Energie.

Die Resultate nach knapp vier Monaten

Da ich nur selten meine anvisierten 2000 Kalorien am Tag erreiche, nehme ich in den ersten vier Wochen tatsächlich fünf Kilo ab. Der Bauch ist schon nach zwei Wochen – besonders am Morgen – deutlich flacher. Das morgendliche Spiegelbild hebt also schon einmal die Stimmung.

Nach beinahe zwei Monaten habe ich meinen Rhythmus gefunden. Zwölf Tage am Stück wird gefastet, zweimal in der Woche trainiert. Jedes zweite Wochenende wird „normal“ gegessen. Das heißt aber nicht, dass ich mich sinnlos vollstopfe, sondern nur, dass ich frühstücke und abends beim Zusammensitzen mit der Familie auch MAL zu Cola, Schokolade, Eis oder Chips greife. Aber natürlich nicht unkontrolliert. Schließlich will ich die sichtbaren Erfolge nicht durch zwei Tage Völlerei ruinieren.

Mein Energielevel hat sich spürbar erhöht. Ich werde abends nicht mehr so früh müde, schlafe dafür aber besser. Auch körperliche Problemchen (empfindlicher Magen) sind weitestgehend verschwunden. Über den oft propagierten Anti-Aging-Effekt müssen andere urteilen. Eine Verbesserung meines Hautbildes kann ich nicht bestätigen. Vielleicht muss ich dafür noch länger mein Programm durchziehen.

Fazit: Nachdem man die ersten Tage „überlebt“ hat, geht es eigentlich nur aufwärts. Energielevel: steigt! Schlaf: top! Verdauung: top! Der Bauch: flach(er). Intervallfasten ist eine echte Alternative für Menschen, die nach einem Weg für mehr Wohlbefinden suchen. Der Schlüssel ist und bleibt allerdings die Bewegung – und viel (Wasser) trinken.