"Ohne Essen nimmt niemand ab" - Die Mueller Diät
30. Januar 2018

Auf dem Boden der Tatsachen:

Die Mueller-Diät

Diätbücher gibt so viele wie Versuchungen in der Schokoladenfabrik. Ein Grund mehr, eines vorzustellen, das weder mit vermeintlichen wissenschaftlichen Sensationen wirbt noch Wunder verspricht, sondern erfreulich ernst zu nehmen ist.

Die Grundsätze, auf denen die Diät von LOOX-Experte Sven-David Müller aufbaut, sind erfrischend bodenständig und einleuchtend. So heißt es etwa „Eine Kalorie ist eine Kalorie“ (egal woher sie kommt) und „Ohne Essen nimmt niemand ab“. Diese Prinzipien zeigen schon, wohin die Diät- reise geht: Nicht unbedingt weniger essen, sondern mehr vom Richtigen, damit auf eine negative Kalorienbilanz kommen – und abnehmen. Lang- fristig und dauerhaft. Ja, es geht um das Wort, das jeder Abnehmwillige gleichermaßen kennt und fürchtet: Ernährungsumstellung.

Erst geht das Unwissen, dann das Übergewicht

Bevor es an die Diät geht, wird mit Abnehmmythen aufgeräumt. Zum Ver- ständnis wird zunächst einfach und nachvollziehbar erklärt, warum unser Körper nicht auf den schnellen Verlust von Fett ausgelegt ist, warum eine ausgeglichene Nährstoffzusammensetzung sinnvoll ist, warum Muskeln so wichtig beim Abnehmen sind und was es mit Jojo-Effekt und Insulinfalle auf sich hat. Dann erklärt Müller unter anderem, dass Eier keineswegs den Cholesterinspiegel erhöhen, man nicht abnimmt, indem man Zucker durch Honig ersetzt, und dass Zucker auch nicht der Ursprung allen Übels bzw. Übergewichts ist.

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In der Müller-Diät ist generell kein Platz für Verbote. Hunger, Verzicht auf bestimmte Komponenten, einseitige Ernährung – da stehen Diät-Abbruch und Jojo-Effekt schon in den Startlöchern. Müller verteufelt weder Light- Produkte noch Süßstoffe, dafür wird bewusst Abstand von Low-Fat oder Low-Carb Ansätzen genommen, getreu Müllers Credo „Eine Kalorie ist eine Kalorie“. Vielmehr soll durch eine ausgewogene Ernährung, in der auch regelmäßig süß und deftig auf den Teller kommt, Heißhunger ver- mieden werden. Da auf eine langfristige Ernährungsumstellung hingear- beitet werden soll, wären Verbote kontraproduktiv: Denn wenn man ständig an das denkt, was man nicht darf, ist ein Scheitern vorprogrammiert.

Was tun, wenn man alles darf?

All das mag auf den ersten Blick zu weit gefasst erscheinen, um tatsäch- lich Pfunde zu verlieren. Doch die Müller-Diät ist gut strukturiert und gibt bei allen Freiheiten doch genug vor, damit man sich nicht plan- und orientierungslos fühlt. Sie ist in 3 Phasen gegliedert: Zunächst soll man ein bis zwei Tage lang überflüssiges Wasser loswerden, bevor die sechs bis zwölf Wochen der Fettverbrennung beginnen. Ist das Wunschgewicht erreicht, geht es an die dauerhafte Stabilisierung.

Phase 2 und 3 basieren ja auf einem Drei-Mahlzeiten-Konzept, wobei jede die Geschmacksrichtungen süß und deftig enthalten soll. Auf Snacks und Zwischenmahlzeiten hingegen wird verzichtet, um eine erhöhte, den Fett- abbau bremsende Insulinausschüttung zu vermeiden.

Fazit: Die Diät, die „in ihrer Zusammensetzung den aktuellen ernährungs- medizinischen und ernährungswissenschaftlichen Empfehlungen hinsicht- lich Kohlenhydraten, Eiweißen und Fetten“ entspricht, bevormundet den Leser nicht, sondern versorgt ihn mit umfassendem, wenn auch nicht überforderndem Wissen über Ernährung und den Organismus, mit dem er sich eigenverantwortlich ohne starre Regeln und Hungern in Richtung Wohlfühlgewicht essen kann. Empfehlenswert.