Eine Erkältung ist nervig genug, da brauchen wir nicht auch noch Mythen, die nichts bringen
6. Dezember 2018
von Alisha Pälmke

Experte verrät, was dran ist

7 größte Erkältungs-Mythen im Check

Der Winter ist da, es ist kalt und um uns herum hustet und schnieft es. Hilft da wirklich Vitamin C oder warmes Bier? Ausschwitzen ist doch super? Unser Gesundheitsexperte Dr. Dr. Michael Despeghel weiß es genau und verrät, was an Omas alten Erkältungsmythen wirklich dran ist.

Mythos 1: Küssen steckt an
Im Gegenteil. Unser Experte stellt klar: „Eigentlich hat der Kuss eine immunstimulierende Wirkung. Das ist etwas Positives für das Immunsystem. In der Regel ist die Infektion aber schon vorher eventuell über Nase und Augen so weit vorangeschritten, dass der Kuss nichts mehr ausmacht.“

Mythos 2: Der Körper braucht jetzt Vitamin C
Zu spät. „Wenn der Schnupfen schon da ist, ist das vorbei“. Besser: „Öfters mal an die frische Luft gehen, die Hände gründlich waschen und die Räume nicht überheizen. Außerdem stärken Vitamin D, sowie Kurkuma und Ingwer das Immunsystem. Und definitiv auch ausreichend schlafen“, rät der Spezialist.

Mythos 3: Warmes Bier hilft bei Erkältung
„Alkohol wirkt schon ab dem ersten Tropfen schwächend auf das Immunsystem. Die Mythen, die sich darum ranken sind groß, aber dafür gibt es keine Belege“, sagt Dr. Dr. Despeghel. Und Alkoholfreies? „Das sollte auch eher präventiv getrunken werden, da es B-Vitamine enthält. Man müsste allerdings pro Tag drei Bier trinken, um diese Wirkung zu spüren, und das ist wiederum nicht förderlich für den Bauchumfang. “

Mythos 4: Erkältungsbäder machen gesund
Nur indirekt. „Sicherlich ist es kein therapeutischer Effekt, aber was man nicht unterschätzen darf, ist, dass es einen wohltuenden Effekt hat. In einem heißen, gut riechenden Bad zu liegen, tut dem Immunsystem gut, wenn man sich dabei wohl fühlt. Dann wird die Abwehrlage gesteigert, aber einen direkten Nutzen hat es nicht“, erklärt Dr. Dr. Despeghel.

Mythos 5: Wer krank ist, darf keinen Sport machen
„Bei einer Virusinfektion, oder wenn das Fieber hoch ist, braucht der Körper danach mindestens drei Wochen Pause“. Hält man die nicht ein, kann es sogar gefährlich werden, sagt der Sportwissenschaftler: „Es kann sonst zu einer Herzmuskelentzündung kommen und im schlimmsten Fall zum Tod. Deshalb sollte man 14 Tage auf jeden Fall pausieren und dann leicht moderat wieder einsteigen. Auf keinen Fall in den alten Intensitäten wieder anknüpfen.“

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Mythos 6: In der Sauna die Erkältung ausschwitzen
Mit Vorsicht. „Wenn ich Fieber habe, sollte ich nicht in die Sauna gehen. Bei einer leichten Erkältung sollten die Saunagänge nicht zu lang sein, maximal sieben Minuten oder in die Bio-Sauna. Selbst bei einer leichten Erkältung, sollte man allerdings nicht in das Eisbecken gehen, denn wenn ich einen Infekt in mir trage, wird dadurch das Immunsystem in die falsche Richtung drückt“, erklärt Dr. Dr. Despeghel.

Mythos 7: Nase putzen ist besser als Nase hochziehen
Definitiv, sonst kann die Erkältung wiederkommen. Unser Gesundheitsexperte warnt: „Besser ist, die Nase zu putzen. Nicht zu empfehlen sind Nasensprays ⎼ vor allem, wenn diese Benzalkoniumchlorid enthalten. Hier sind bei einem Gebrauch über zehn Tage sogar Rebounds zu erwarten ⎼ also ein neuer Schnupfen, verursacht durch zu lange Anwendung.“

Dr. Dr. Despeghel

Unser Experte Dr. Dr. Despeghel veröffentliche 29 Bücher zu den Themen Prävention, Körper, Geist und Lebensstil die in 11 Sprachen übersetzt wurden und eine Gesamtverkaufszahl von über 1.000.000 Exemplaren aufweisen.

Aufgrund seiner faszinierenden Rhetorik und seiner Fähigkeit, sein Publikum jedes Mal aufs Neue zu begeistern, wurde Dr. Dr. Michael Despeghel bereits zwei Mal der begehrte Titel “Top Speaker des Jahres“ verliehen. Dr. Dr. Despeghels Schwerpunkte sind praktische und alltagsgerechte Empfehlungen zur gesünderen und leistungsfähigeren Lebensgestaltung. Sie entsprechen dem aktuellsten Stand der Präventivmedizin und beziehen entscheidende Aspekte der Psychologie und Arbeitssoziologie mit ein.

Mittlerweile haben sich bereits über 400.000 Menschen vom konkret anwendbaren Nutzen seiner Empfehlungen zur regelmäßigen Bewegung, einer leistungsfördernden Ernährung.